Boot 2018: Wasserspaß macht alle nass

Boot 2018: Europas größte Wassersportaustellung ist einmal im Jahr das Mekka der Taucher. Auge in Auge mit weißen Haien, Orcas oder Buckelwalen – alles ist möglich.

  • Hier mein Artikel, den ich in der Zeitung Neue Westfälische zur Boot 2018 veröffentlicht habe
  • Das Foto zu diesem Beitrag ist als Titelfoto erschienen

Von Stefan Gerold

Düsseldorf. An der Nordseeküste am plattdeutschen Strand sind die Schiffe im Wasser und selten an Land. In Düsseldorf ist das umgekehrt – zumindest einmal im Jahr. Dann zieht es Liebhaber von Motorbooten, Luxusjachten und Segelbooten aller Klassen zur “Boot“, Europas größter Wassersportmesse. Doch auch für Surfer, Kanuten, Angler, Ruderer und vor allem Taucher sind die 16 Hallen des Düsseldorfer Messegeländes das Mekka ihrer Sportarten.

Das Foto zu diesem Beitrag ist am 23. Januar 2018 als Titelfoto in der NW erschienen.

Das Foto zu diesem Beitrag ist am 23. Januar 2018 als Titelfoto in der NW erschienen.

In Halle 3 und inzwischen auch in einem Eckchen von Halle 4 gibt es alles, was das Taucherherz begehrt. Hier zieht es sie hin: Vom Sporttaucher, der sich seine erste Ausrüstung zusammenstellt, über den Apnoe-Taucher, der mit einem Atemzug in unendliche Weiten des Meeres entschwindet, oder den Tec-Taucher, der mit Flaschen behängt wie ein Weihnachtsbaum in große Tiefen vorstößt – für alle halten Fachaussteller oder Händler mannigfaltige Objekte der Begierde bereit.

In einem Tauchbecken können Neulinge mit Leihausrüstung kostenlos beim Schnuppertauchen die Schwerelosigkeit unter Wasser ausprobieren. Durch riesige Bullaugen werden sie dabei von den Besuchern beäugt. Manchmal tummelt sich auch Meerjungfrau Ralari in den Fluten des Tauchbeckens und zeigt ihre anmutigen Bewegungen unter Wasser. Ihr goldblauer Meerjungfrauenschwanz besteht komplett aus Silikon und hat ein eingeprägtes Schuppenmuster. Dadurch wird ein lebensechtes Aussehen sowohl im als auch außerhalb des Wassers gewährleistet. Eine Monoflosse umschließt den Fuß, damit ein eleganter und zügiger Schwimmstil möglich ist.

Das Tauchen in den heimischen oder alpenländischen Seen ist sicherlich reizvoll, aber nur etwas für Hartgesottene und erfordert spezielle Ausrüstung.

Otto Normaltaucher informiert sich auf der Boot lieber über ferne Reiseziele, wo das Wetter immer gut, das Wasser immer warm und die Fische immer zahlreich sind. Im Trend sind Ziele, die mit dem Flugzeug in drei bis fünf Stunden erreichbar sind. Das ehemals sehr beliebte Rote Meer in Ägypten gehört wegen der Sicherheitslage nur noch bedingt dazu. Die Aussteller sind signifikant weniger geworden. Auffällig ist der große Auftritt der Türkei, der sich mit vielen Basen am Mittelmeer präsentiert. Wobei manch Tauchbudenbesitzer hinter vorgehaltener Hand über stark zurückgehende Buchungen durch das belastete Verhältnis zwischen Deutschland und der Türkei klagt.

Ganz oben auf der Hitliste steht der weiße Hai

So sah der Artikel auf der Zeitungsseite aus.

So sah der Artikel auf der Zeitungsseite aus.

Einige Spezialreiseveranstalter haben den Kick im Programm. Ganz oben auf der Hitliste der Taucher, die sonst schon alles gesehen haben, ist die Insel Guadalupe, etwa 240 Kilometer vom mexikanischen Festland entfernt mitten im Pazifik. Hier gibt es eine etwa 120 Exemplare große Population von weißen Haien, die dem in einem Käfig geschützten Taucher auf Augenhöhe begegnen. Nicht minder spektakulär sind Reisen zu den Orcas vor Norwegens Nordwestküste. Zwischen November und Februar locken riesige Heringsschwärme die eleganten Räuber zu Hunderten im eiskalten Wasser. Angenehmer ist es da in der Südsee vor der zu Tonga gehörenden Insel Foa. Dort ziehen Buckelwale ihre Jungen groß. Dann besteht die einmalige Chance, die gewaltigen Säugetiere vom Boot oder direkt aus dem Wasser zu beobachten.

Es gibt inzwischen kaum mehr ein Tauchziel, dass man nicht buchen kann – vorausgesetzt man hat den Gegenwert eines gebrauchten Kleinwagens mal eben so über.