Neulich am Pfandflaschen-Automat

Ich musste umziehen. Nein, nicht mit meinem kompletten Hausstand, nur in der Redaktion, denn mein Büro wurde renoviert und dazu musste alles raus, damit die Handwerker ihre Arbeit machen konnten. Davor hatte ich viel Arbeit, denn im Laufe der Jahre hatten sich so einige Schätze in meinem Büro gesammelt.

Da fand sich nun viel Unnützes, aber auch verloren Geglaubtes wie die Zugangskarte der einstmals besten Ehefrau von allen zum NW-Haupthaus, die vor ungefähr 17 Jahren spurlos verschwunden war. Nur beiläufig stellte ich mir die Frage, wie sie seitdem hier in die heiligen Hallen gelangt.

Denn mein Hauptaugenmerk galt meiner stattlichen Pfandflaschen-Sammlung, die ich mit unermüdlichem Fleiß praktisch als Altersvorsorge aufgebaut hatte. In der Süddeutschen habe ich mal gelesen, dass eine persönliche Büro-Sammlung ab 100 Pfandflaschen als Kunstwerk gilt.

Profi am Pfandflaschen-Automat

Doch nun wurde es Zeit, sich davon zu trennen und in Bares einzutauschen. Gerade hatte ich damit begonnen, Flasche für Flasche den Pfandflaschen-Automat im Supermarkt zu füttern, da gesellte sich ein professioneller Pfandflaschen-Sammler zu mir. Anerkennend nickte er beim Anblick meiner Sammlung und begann leutselig zu fachsimpeln. „Man, sind das alles 25-Cent-Flaschen?“, fragte er. „Fast“, stieg ich geschmeichelt ein. „Alter, da hast du aber ganz schön Kohle gemacht!“, lobte mich der Profi. Und Recht hatte er, der Pfandflaschen-Automat spuckte genau 42,50 Euro aus!