Neulich bei Uwe Pollheide

Die Partys bei Uwe Pollheide sind legendär. Einmal im Jahr lädt der Motorrad-Rennfahrer seine Freunde und alle Gegner ein, die er auf der Rennpiste besiegt hat. Die Party steigt so ziemlich an der Falte des Arsches der Welt: in Eininghausen, das ist bei Börninghausen und das ist eine Ortschaft in Nordrhein-Westfalen im Kreis Minden-Lübbecke und ist ein Ortsteil der Stadt Preußisch Oldendorf. Comprende? Nö? Macht nichts.

Der Vorteil bei Uwe als Gastgeber ist, dass man nicht lange über ein Geschenk nachdenken muss. Er wünscht sich immer eine Flasche Jack Daniels. Der Nachteil an dem Geschenk ist, dass man es selber austrinken muss. Wenn Uwe eine gewisse Promille-Zahl erreicht hat, schmeißt er sein Renn-Motorrad an, derzeit eine BMW S 1000 RR, wartet bis der Motor 80 Grad erreicht hat und zieht dann per Burnout (siehe Video oben) unter dem Gejohle der Partygäste einen perfekten Kreis auf den Asphalt vor seiner Werkstatt. Der Kreis war dann übrigens mal sein Reifen. Bei den ersten Partys habe ich immer in der ersten Reihe gestanden, da wo die heißen Reifenreste sich am besten in die Kleidung einbrannten. Mit der Zeit habe ich aber dazugelernt.

Uwe habe ich auch flüchtige Bekanntschaft in die Rockerszene zu verdanken. Regelmäßig lädt er zu seinen Partys ein paar Jungs von Gremium, Red Devils, den Bandidos oder den Hells Angels ein. Aber immer nur von einer Sorte, da Uwe seine Werkstatt auch nach den Partys noch braucht. Da kam es auch schon vor, dass ich mit einem Bandido gezecht habe und eigentlich den Eindruck hatte, dass dies ein ehrbarer Zeitgenosse wäre. Beruflich würde er Harleys containerweise aus den USA importieren, diese hier auffrischen und dann verkaufen. Dass sich die Besitzer der Harleys in den USA nicht unbedingt freiwillig von ihren Maschinen getrennt hatten, hat er mir vergessen zu sagen. Von den Red Devils bin ich schon zwei Mal zur Weihnachtsfeier eingeladen worden, hab mich aber noch nicht hingetraut.

Uwe Pollheide

Das Bild zeigt Uwe Pollheide natürlich an der Spitze des Feldes in nahezu perfekter Schräglage. Foto: -=DerBert=-

Uwe Pollheide

Uwe ist bereits seit 1988 im Renngeschäft. Über Motocross kam er 1992 zum Seriensport und wurde 1994 erstmals Deutscher Meister in der 1000-ccm-Klasse. Seine erfolgreichste Zeit war von 1996 bis 1998 als er als Amateur gegen die Profis um die Deutsche Meisterschaft in der Pro-Superbike-Klasse kämpfte. In dieser Zeit fuhr er auch Läufe um die Superbike-Weltmeisterschaft in Assen und auf dem Nürbugring.

Bei einigen Rennen wie beispielsweise an den Nürbugring durfte ich ihn begleiten. Ich war damals sein Haus- und Hofreporter, habe Fotos geschossen und Artikel für die Zeitung geschrieben. Eine Zeit lang habe ich auch seine Homepage betreut. Dafür hat Uwe meinem Motorrad, einer Suzuki GSX-R 750, liebevolle Zuwendung angedeihen lassen. Er hat nie viel darüber geredet, aber anschließend fuhr mein Motorrad schneller als alle anderen Bikes meiner nichtsnutzigen Kumpels.

Da Uwe seine gesponsorten Dunlop-Reifen nur immer in einem Rennen fuhr, konnte ich eine perfekte Symbiose mit ihm eingehen. Abgefahren waren seine 190er-Reifen durch seine extremen Schräglagen nur an den Innenseiten, die Laufflächen waren gradezu jungfräulich. Also genau das richtige für mich Geradeausfahrer: Helm auf den Tank und Gas bis zum Anschlag auf der Autobahn. Wirkliche Schräglagen kannte ich eher vom Zugucken. An der Eisdiele war mein Bock dank Uwes benutzten Reifen allerdings der Hingucker. Blasen an den Innenseiten ließen einen ganz großen Fahrer vermuten. Ich hab dann nichts weiter dazu gesagt…

Link zu Uwes Homepage