Neulich mit Robby Naish

Seit gefühlten 25 Jahren fahre ich auf die Boot nach Düsseldorf und bin eigentlich nie groß aus der Taucherhalle rausgekommen, da diese für mich praktisch dem Glück auf Erden nahe kommt. Das hat sich jetzt geändert.

Ich hatte meine beiden Sprößlinge dabei und denen wird natürlich schnell langweilig. Dem Vati dabei zusehen, wie er den neuesten Atemregler oder den Tauchcomputer mit dem neuesten Rechenmodell kritisch unter die Lupe nimmt, reicht da nicht. Also musste der Herr Papa den Herrschaften etwas bieten. Halle 8 a sollte es sein, denn dort gibt es „The Wave“, eine riesige Wellenanlage gemacht für Surfer – praktisch die perfekte Welle, nur eben künstlich unterm Dach.

Robby Naish wurde angekündigt!

Relaxt mit frisch erworbenem Werbegeschenk in Strohhutform ließ ich es mir auf einem Sitzsack gut gehen und beobachtete meine Kinder, die wiederum die Mutigen beobachteten, die sich in die Wellen stürzten und sich mal kürzer, mal länger auf ihren Surfbrettern hielten.

Doch plötzlich fuhr ich elektrisiert hoch: Robby Naish wurde angekündigt! Der 24-malige Surf-Weltmeister! Der Inbegriff für Sonne, Strand, Meer und Schirmchendrinks! Der Mann, der sie mit seinem vom Ozean gestählten Körper praktisch alle haben kann!

Und dann ging er auch noch ins Wasser und zeigte uns allen seine Kunst. Ich war hin und weg: „Kinder schaut, das ist Robby Naish!“

Etwas erschrocken vom Temperamentausbruch des Alten fragte mein Sohn (12), wer denn dieser Robby Naish nun eigentlich sei. Völlig verständnislos angesichts dieser unglaublichen Unwissenheit klärte ich den Burschen auf, dass Robby Naish so ziemlich der beste Surfer der Welt sei.

„Aber Papa, der ist doch schon 55“, warf meine Tochter (10) mal eben so ein. „Danke, mein Kind, ich bin übrigens 53 und du bist enterbt!“

 
Robby Naish surft bei der Boot in Düsseldorf. © Stefan Gerold